Resilienz: Was die Seele stark macht

Dass wir uns alle gut und pfleglich um unser körperliches Immunsystem kümmern sollen, wissen wir längst. Mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf unsere Abwehrkräfte stärken und so widerstandsfähiger gegen körperliche Eindringlinge wie Viren, Bakterien etc. werden, ist längst kalter Kaffee. Gelingt im Alltag zwar nicht immer, aber wir kennen zumindest unsere Baustellen. Doch wie stehts eigentlich um unsere seelisches Immunsystem? Was stärkt unsere psychische Widerstandsfähigkeit – unsere Resilienz – , damit uns Belastungen und Krisen nicht mehr so leicht aus der Bahn werfen?

Resilienz

Resilienz – Was ist das eigentlich genau?

Krisen gehören zum Leben dazu. So tragisch und schmerzvoll sie auch sein können, wir können ihnen gar nicht ausweichen. Sie erwischen uns eines Tages sowieso. Mit voller Wucht, meist unmittelbar und völlig unvorbereitet.

Steckst du selber gerade mittendrin in einer Krise? Oder warst in letzter Zeit mit enormen Belastungen und Herausforderungen konfrontiert, mit denen du irgendwie fertig werden musstest?

Genau hier kommt das Thema Resilienz ins Spiel. Resilienz ist unsere psychische Widerstandsfähigkeit. Der Gradmesser, wie wir mit kritischen Lebensereignissen, Problemen und Krisensituationen umgehen. Sie ist nichts anderes als unsere psychische Widerstandsfähigkeit, die genauso wie unser körperliches Immunsystem bei jedem von uns ganz anders angelegt ist. 

Vielleicht kennst du dieses Phänomen auch. Aus eigener Erfahrung oder durch dein unmittelbares Umfeld. Manche Menschen können mit schlimmen Schicksalsschlägen recht gut umgehen. Wir denken dann, die Belastung prallt förmlich an ihnen ab. Sie sind einfach stark und scheinen unverwundbar. Doch ist das wirklich so?

Bergausblick

Und andere werden durch denselben Schicksalsschlag völlig aus der Bahn geworfen. Das kann so weit gehen, dass sich schlimme Folgeerkrankungen manifestieren können, wie z. B. Depressionen, Angstzustände oder Süchte.

Was kennzeichnet resiliente Menschen?

Besonders plakativ wird das Phänomen Resilienz deutlich, wenn wir einen Blick zurück in unsere Kindheit werfen. Bekanntlich werden hier die Weichen für unsere Zukunft gelegt und das gleich in vielerlei Hinsicht. Auch und vor allem ganz besonders, was unsere Widerstandsfähigkeit angeht. Doch was genau lässt uns gestärkt aus einer Krise hervorgehen?

So studierte die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner in dern 50er Kinder auf der hawaianischen Insel Kauai, die aus ärmlichen Verhältnissen kamen und somit nicht die besten Chancen auf ein sorgenfreies Leben hatten. Während die Vermutung vielleicht naheliegen würde, dass diese Kinder zu nicht allzu widerstandsfähigen Erwachsenen heranwachsen, zeigte die Studie ganz andere Ergebnisse.

Ungefähr ein Drittel der Kinder von Kauai wuchs nämlich durchaus zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten heran, die so schnell nichts aus der Bahn werfen konnte.   

Noch viel wichtiger und interessant ist allerdings die Frage, ob wir schon mit unserem fertigen Päckchen Resilienz auf die Welt kommen und dann eben einfach zusehen müssen, wie wir damit klarkommen?

Die Antwort auf letztere Frage ist: Nein, wobei Forscher sich dabei lange uneins waren.

Resilienz: angeboren oder erlernbar?

Uneins darüber, ob Resilienz nun angeboren ist. Oder, ob wir sie im Laufe unseres Lebens auch noch erlernen bzw. trainieren können?

Lange hielt sich die Meinung, dass jeder von uns seine individuelle Portion Resilienz von Geburt an mit auf den Weg bekommt. Inzwischen wissen Forscher allerdings, dass dem nicht so ist. Wir können sehr wohl lernen, besser mit Krisen umzugehen. Ihnen besser entgegentreten zu können und sie so einfach besser, schneller und effektiver verarbeiten zu können. 

Kann ich selber voll und ganz unterschreiben und bestätigen. Während mich früher jeder noch so kleine Rückschlag tief verunsichert und nicht selten bis ins Mark getroffen hat, reagiere ich heute deutlich gelassener. Das war durchaus ein langer Prozess. Nicht immer einfach, sondern eher steinig. Heute weiß ich, dass ich nicht durch jede unangenehme Situation alles sofort in Frage stellen muss. Klar, gibt es unter den Krisen und Rückschlägen auch wirklich fiese und deutlich negativere als andere. Doch in jeder Krise steckt auch ein Stückchen Hoffnung. 

Wandern in den Bergen

Und das ist auch ein – vielleicht sogar das treibende – Merkmal reslilienter Menschen. Sie schaffen es in jeder noch so schlimmen Situation noch einen Funken Hoffnung zu sehen. Können auch Rückschlägen noch etwas Positives abgewinnen. So ging es auch den Kindern von Kauai.  Und ja, genau das lässt sich auch erlernen. 

Drei Strategien für deine innere Stärke

Du fragst dich jetzt wie? Berechtigt und daher habe ich mal die besten Strategien für dich recherchiert. Mit einigen bin ich selber auf meinem Weg sehr gut gefahren und sie haben mir enorm geholfen, um mir mehr Resilienz und in vielen Situationen auch einfach nur Gelassenheit anzueignen. Los gehts:

1. Kümmere dich um deine sozialen Bindungen

Die Last ganz alleine tragen? Alles in sich hineinfressen, ertragen und versuchen „schon irgendwie alleine damit klarzukommen“? Viele von uns kennen sicherlich diese Gedanken und Verhaltensweisen. Ich eingeschlossen. Wenn schon Krise, warum dann noch anderen zur Last fallen? Blöd nur, dass uns diese auf den ersten Weg vielleicht ganz effektiv anmutende Verhaltensweise nicht wirklich weiter hilft bei der Krisenbewältigung. Denn die Gesellschaft anderer kann Wunder bewirken. Das kennzeichnete auch die starken Kinder von Kauai. Sie alle hatten zumindest eine liebevolle Person, mit der sie eine enge Bindung verband. Diese Person muss nicht zwangsläufig Mutter oder Vater sein. Es können auch enge Freunde sein. Wir können uns mitteilen, werden mit offenen Ohren empfangen und alleine das Zuhören ist Balsam für unsere geschundenen Seelen. Wenn wir scheitern, muss jemand für uns da sein.

2. Verfalle nicht in die Opferrolle

Auch das ist ein Ergebnis der hawaianischen Studie. Starke und widerstandsfähige Menschen sehen sich nicht als Opfer der Situation. Sie glauben an sich. Bei Problemen suchen sie aktiv nach Lösungen und legen nicht reaktiv die Hände in den Schoß. Wir alle tun also gut daran, unser Leben aktiv zu gestalten und es nicht an uns vorbeiziehen zu lassen. Eine gesunde Portion Selbstvertrauen kann hier übrigens auch sehr hilfreich sein. Du bist der Gestalter deines Lebens und dazu gehören auch Krisen oder Widrigkeiten.

3. Optimismus

Zugegeben, klingt erstmal etwas abgedrochen. Doch dieser Punkt soll nicht bedeuten, dass du deine Krise einfach weglächelst. Deine negativen Gefühle ausschaltest und so tust, als sei nichts gewesen. Schließlich müssen auch negative Gefühle verarbeitet werden und sie haben ja durchaus auch eine Daseinsberechtigung. Es geht bei diesem Punkt vielmehr darum, in der Krise nicht das Ende der Welt zu sehen, auch wenn sie noch so schwierig und unbezwingbar erscheinen mag. In jeder dunklen Situation können wir zumindest ein wenig auch wieder nach vorne schauen. Auch das hat mit Selbstveranstortung und einer aktiven Lebensgestaltung zu tun.   

Und du? Hast du auch schon Erfahrungen mit dem Thema Resilienz gemacht? Eins habe ich noch gelernt: Es ist ein lebenslanger Prozess und wir sollten nie aufhören an uns und unserer Widerstandfähigkeit zu arbeiten – körperlich genauso wie seelisch. 

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Author: Katharina

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