Chronischer Schlafmangel: 7 Auswirkungen, die deiner Gesundheit schaden

In Zeiten der Selbstoptimierung wurden in den letzten Jahren ja so ziemlich alle Facetten unseres Alltags unter die Lupe genommen. Wir haben nicht nur getrackt, sondern auch verbessert, gesteigert und manchmal sogar komplett neu erschaffen. Ernährung, Bewegung, Arbeitsleben und nicht selten sogar Freund- oder Partnerschaften – all diese Dinge wurden genau genau beleuchtet und umgekrempelt. Seit neuestem steht nun auch unser aller Schlaf unter Beobachtung und einem stetigen Verbesserungsbestreben. Zu Recht – denn ein chronischer Schlafmangel kann verheerende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben. Welche das sind, erfährst du hier. 

chronischer Schlafmangel

Nichts als Ärger und Stress im Traumland

Sanft einschlummern und am nächsten Morgen total entspannt, am besten ganz von alleine aufwachen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Traum von nicht wenigen unter uns. Und nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich schlafen viele von uns in Zeiten von Arbeitsüberlastung, hohem Stressaufkommen und drohender Überlastung mehr schlecht als recht (TK-Schlafstudie). Kenne ich persönlich auch. Wie häufig habe ich mich schon dabei ertappt, meine To-do Liste zu überfrachten, nur um auch allem und allen gerecht zu werden. Am Wenigsten natürlich mir. 

Bettdecke

Viel zu häufig lag ich dann viel zu spät abends im Bett und konnte dem permanenten Rattern im Kopf nicht entkommen. Schon in Erwartung, dass es am nächsten Tag genauso wird. Schnelles Einschlafen und ein wenig Achtsamkeit natürlich Fehlanzeige. Doch der Tag hat nun mal nur 24 Stunden … für dich, für mich, für alle von uns. Beim Schlaf zu sparen, nur um noch ein paar andere Termine in den Kalender zu stopfen, ist dabei keine allzu gute Idee. Denn chronischer Schlafmangel hat fatale Folgen für unser körperliches und mentales Wohlbefinden. Welche? Lies einfach weiter.

Auswirkungen von Schlafmangel

1. Verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit

Dass wir nach einer kurzen Nacht deutlich träger und reaktionsärmer sind, läutet sicherlich jedem ein. Wir sind ganz einfach nicht im Vollbesitz unserer Kräfte. Doch auch unser Gedächtnis leidet enorm. Vergesslichkeit, mangelnder Fokus und Leistungsfähigkeit stellen dabei nur die unmittelbaren Folgen dar. Ganz nebenbei steigt auch das Risiko für Unfälle. Denn Müdigkeit am Steuer oder Sekundenschlaf führt nicht selten zu schlimmen Verkehrsunfällen. 

2. Schlafmangel macht unattraktiv

Frisch, erholt, faltenfrei und strahlende Haut – wer von uns kennt nicht die perfekten Vorteile, die uns eine erholsame und vor allem ausreichende Nachtruhe bescheren kann. Der Begriff des Schönheitsschlafes hat ja schließlich seine Berechtigung. Im Umkehrschluss weiß auch jeder von uns, dass ein zu wenig an Schlaf zu fahler Haut, Rötungen, Schwellungen und dunklen Augenringen führt. Wir wirken nicht nur unattraktiver, ungesünder und trauriger, sondern sind es meistens auch. Nicht schön, oder? Wie so häufig werden wir Opfer unserer körpereigenen Hormonproduktion. Denn im Schlaf produzieren wir Wachstumshormone, die natürlich nur bei ausreichend Nachtruhe so richtig auf Hochtouren kommt. 

3. Immunsystem wird geschwächt

Schon im Kindesalter wurde uns bei Grippe und Erkältung eingetrichtert: „Kind, schlaf dich gesund.“ Wieviel Wahrheit darin steckt, erkennen wir allerdings meist erst im Erwachsenenalter. Denn unser Körper läuft im Schlaf auf Hochtouren. Repariert und bekämpft Viren und Bakterien. Bei zu wenig Schlaf hat’s unser Immunsystem somit schwer. Dabei kommt uns  ein guter und ausreichender Schlaf nicht nur zu Gute, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. Wir können so auch das Risiko überhaupt zu erkranken deutlich senken. 

4. Risiko für schwerwiegende Erkrankungen

Neben einem schwachen Immunsystem kann Schlafmangel langfristig auch dem Herzen schaden. Es kann zu Bluthochdruck, entzündlichen und hormonellen Prozessen im Körper kommen, die eine Arteriesklerose begünstigen. Unser Herz leidet also und auch Stoffwechselerkrankungen wie bspw. Diabetes können bei einer Schlafdauer von 6 Stunden und weniger vermehrt auftreten. Denn unser Körper baut während seiner nächtlichen Reparaturarbeit auch den Blutzucker ab. Dies geschieht bei zu kurzer Nachtruhe langsamer als sonst, was langfristig zu einer Insulinresistenz führen kann. Positiver Nebeneffekt für alle Schlafmuffel: Auch ein zuviel kann hier kontraproduktiv wirken.

schlafende Katze

5. Schlafmangel macht dick

Zugegeben dieser Punkt klingt beim ersten Lesen vielleicht ein wenig provokant und mag vielleicht irritieren. Schließlich verbrennen wir schlafend deutlich weniger als im aktiven Wachzustand, oder? Doch die die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass chronischer Schlafmangel sich mitunter auch auf der Waage und unseren Hüften niederschlagen kann. Wer nur 5-6 Stunden schläft, steigert sein Risiko für Übergewicht bereits enorm, wie die Studie „National Health and Nutrition Examination Survey“ herausfand. Denn nächtliche Ruhestörungen bringen unseren Hormonhaushalt auf Dauer durcheinander. Unser Körper bildet zu wenig Leptin, was gemeinhin als natürlicher Appetitzügler gilt. Dafür wird zuviel vom Heißhunger-Hormon Ghrelin ausgeschüttet. Ein echter Teufelskreis also und wer von uns kennt nicht das gesteigerte Bedürfnis nach Schoki, Pizza & Co. nach einem durchzechten Wochenende. 

6. Schlechte Stimmung 

Neben all den körperlichen Auswirkungen von zu wenig Schlaf, wirkt sich dauerhafter Schlafmangel auch auf unsere Psyche aus. Wer kennt es nicht. Nach einer kurzen Nacht sind wir nicht selten reizbar, schlecht gelaunt und im wahrsten Sinne zu nicht allzu viel Sinnvollem zu gebrauchen. Deutlich gravierender noch als eine einmalige kurze Nacht ist chronischer Schlafmangel für unsere Gesundheit. So gehen nicht selten Angstzustände oder Depressionen Hand in Hand mit dauerhaften Schlafstörungen. 

7. Soziale Inaktivität 

Nun könnte man meinen, die körperlichen und gesundheitlichen Folgen von chronischem Schlafmangel alleine genügen doch schon, oder? Doch wenn wir ehrlich sind, wirkt sich dieser auch auf unser Sozialleben aus. Unausgeschlafen fühlen wir uns einfach mies, achten häufig viel zu  wenig auf unser Äußeres und vernachlässigen unser Umfeld. Vermutlich sind wir in diesem launigen und gereizten Zustand auch nicht gerade die begehrtesten Begleiter. Und daher ziehen wir uns zurück und wenden die wenige Konzentration, die noch vorhanden ist dafür auf, die sowieso zu lange To-Do-Liste abzuarbeiten. Ach so, habe ich vergessen zu erwähnen, dass unser Sexualleben bei chronischem Schlafmangel leidet? Auch hier sind die Hormone schuld… 

Schlafzimmer

Ab wann ist’s zu wenig?

Wir alle wissen, dass 7-8 Stunden Schlaf der traumhafte Idealzustand sind. In Wirklichkeit ist unser Schlafbedürfnis natürlich so individuell wie unsere Partnerwahl. Wann ich ausgeschlafen und frisch aus dem Bett hüpfe, muss für dich nicht funktionieren. Doch wer das Gefühl hat, über einen Zeitraum von 1-2 Monaten mehrmals in der Woche völlig unausgeschlafen aufzuwachen, sollte seine Schlafroutine sicher überdenken. Und Gewohnheiten zu überdenken mag uns am Anfang, Respekt einflössen. Langfristig kann es aber auch motivierend sein und uns stärker machen. Geht zumindest mir so 🙂

Und wie schläft es sich nun besser?

Die absolute Traumvorstellung, den Wecker aus dem Schlafzimmer zu verbannen, ist für die meisten von uns sicherlich etwas realitätsfern. Mich eingeschlossen! Aber in der Tat lernen wir unser natürliches Schlafbedürfnis am besten im Urlaub kennen. Auch das Wochenende eignet sich hierfür nur bedingt. Denn der Wechsel zwischen Arbeitswoche und Entspannung ist dabei viel zu kurzfristig, als dass sich unser Biorhythmus anpassen kann. Was mir geholfen hat: Meditieren und eine regelmäßige Abend- und Einschlafroutine zu entwickeln. Denn viel zu häufig war ich bis spät mit viel zu unterschiedlichen Dingen beschäftigt. Digitales eingeschlossen, was zu dieser Uhrzeit nur noch mehr an meinen Energiereserven gezehrt hat.  

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Author: Katharina

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