Der Heinrich-Heine-Weg im Harz:  Die schönste Wanderung auf den Brocken

von Katharina

In den letzten Wochen und Monaten hat es mich gleich mehrere Male auf den Brocken gezogen. Jedes Mal habe ich einen anderen Weg hinauf auf Norddeutschlands höchsten Berg gewählt. Schön waren sie alle – keine Frage. Die schönste Wanderung auf den Brocken hat mich von Ilsenburg über den Heinrich-Heine-Weg rauf zum Gipfel geführt und war gleichzeitig auch die anstrengendste. Wie beeindruckend und teilweise wild-romantisch habe ich neulich erst selbst erkunden dürfen.

Wanderung auf den Brocken: das Brockenhaus

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Sagenumwobener Brockengipfel

Mystisch, nebelig, windig und sagenumwoben – all das fällt mir spontan, wenn ich an den Brocken denke. Und sicherlich wissen nicht nur eingefleischte Wanderer und Harzliebhaber um die Bedeutung und Bekanntheit des Brockens. Mit einer Höhe von 1.141 m ü. NHN ist er nicht nur der höchste Berg im Harz, sondern in ganz Norddeutschland. Über seine Optik lässt sich streiten und natürlich gibt es zig Berge, die deutlich schöner anzusehen sind. Trotzdem zählt er zu den beliebtesten Ausflugszielen in ganz Deutschland und ist absoluter Höhepunkt einer jeder Harzreise.

Wanderung auf den Brocken: Katharina auf dem Gipfel

Aufgrund seiner exponierten Lage bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht, wieviel rauer und extremer das Klima auf dem Gipfel ist. Auch historisch hat er mit Brockenbahn und der deutsch-deutschen Geschichte sicherlich viele Geschichten zu erzählen. So viele, das es für einen einfachen Wanderbericht, wie dieser hier gedacht ist, sicher den Rahmen sprengen würde. Eine kleine Anekdote kann ich mir an dieser Stelle aber doch nicht verkneifen.   

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Auf Heinrich  Heines Spuren hinauf

1824 durchquerte Heinrich Heine weite Passagen des Harzes. Unter anderem ging er über den Brocken nach Ilsenburg und schrieb hierüber sogar sein Buch „Die Harzreise“. Einer der genialsten deutschen Dichter war also Harz-Fan. Und so führt heute der nach ihm benannte Weg auf den Brocken. Dass es sich hierbei nicht nur um den schönsten, sondern auch um den anspruchsvollsten Weg hinauf handelt, ist vermutlich die wichtigsten Superlative für den Heinrich-Heine-Weg, der in Ilsenburg startet. Genaugenommen im wunderschönen Ilsetal und wenn man sich wie ich die Tour an einem der ersten sonnigen Frühlingswochenenden vornimmt, muss man dort mitunter schon mit vollen Parkplätzen rechnen. 

Davon sollte sich aber wirklich niemand abhalten lassen, denn aufgrund der vielen unterschiedlichen Wander- und Ausflugsmöglichkeiten im Ilsetal verteilen sich die „Menschenmassen“ doch relativ schnell. Während es anfangs noch gemütlich entlang der Straße geht, erreiche ich den eigentlichen Einstieg des Heinrich-Heine-Wegs direkt an der Ilse aber relativ schnell.

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Märchenhaftes Ilsetal

Und siehe da bereits nach den ersten ein bis zwei Kilometern habe ich das wild-romantische Ilsetal wieder ganz allein für mich allein und kann so Fluss und Wald in vollen Zügen genießen. Meist geht es nun auch unmittelbar am Fluss entlang. Teils etwas steiler und schroffer und teils auch wieder etwas gemäßigter, der Weg ist aber immer hervorragend ausgeschildert. Relativ schnell (nach ca. 3,5 km) habe ich bereits das erste Highlight, auf das ich mich schon sehr gefreut habe, erreicht – die unteren Ilsefälle. Nach wiederum einigen hundert Metern schließen sich nahtlos das Heinrich-Heine-Denkmal und die oberen Ilsefälle an.

Zum Glück führt der Weg die ganze Zeit unmittelbar am Wasser entlang und man kann auf diese Weise das Naturschauspiel in vollen Zügen genießen. Und das tue ich natürlich auch! Nachdem die bisherige Strecke tief im Wald und über teilweise unbefestigte Wege verlief, geht’s jetzt aus der angenehmen Kühle ins Freie. Der Wald lichtet sich und ich kann die ersten Blicke auf den Brockengipfel erhaschen.

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Von der Bremer Hütte über Stempelsbuche und Hermannsweg

Bis dahin ist es aber noch ein gutes Stück (ca. 6 km) und vor allem noch ein gutes Stück an Höhenmetern. Aber genau darauf freue ich mich ja schon sehr! Nicht weit entfernt erwartet mich die Bremer Hütte. Sie ist Stempelstation für die Harzer Wandernadel und ideale Zwischenstation bis zum Gipfel. Hiernach geht es teilweise über Stock und Stein weiter durch ein Wiederaufforstungsgebiet in Richtung Stempelsbuche

Auch wenn die Namensgebung etwas komisch anmutet, es handelt sich hierbei um ein Naturdenkmal mit dazugehöriger Hütte und Stempelstelle für die Harzer Wandernadel. Der kleine angenehme Waldpfad geht nun über in einen breiteren Forstweg, den Hermannsweg. Nach ca. 1,5 km erreiche ich die Hermannsklippe, die sich unmittelbar neben dem Weg zur Rechten auftut. Die flachen und nicht sehr anspruchsvollen Felsvorsprünge laden zum Klettern und Kraxeln ein und eignen sich prima zum Picknicken. Der Blick von hier auf die Nordharz ist traumhaft und eine absolute Empfehlung.

Wanderung auf den Brocken: Blick von der Hermannsklippe

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Herausfordernder Hirtenstieg

Die kurze Rast tat gut, denn schließlich mündet der Weg kurz danach in den berühmt-berüchtigten Hirtenstieg. Es sind von hier auch noch 2,8 km und irgendwie kommt es mir so vor als wenn der Gipfel von hier aus fast schon in Reichweite sei. Wenn da nicht das kleine Aber wäre. Denn der ehemalige Grenzweg besteht aus massiven Betonplatten und hat es mit Steigungen von bis zu 20% in sich. Das merke ich auch relativ schnell und daher bieten sich die Bismarckklippen als kleiner Zwischenstopp perfekt an.

Wanderung auf den Brocken: Blick von den Bismarckklippen mit Hirtensteig

Der Blick, den ich von hier aus auf den Oberharz mit Eckertalsperre und Torfhaus und das gesamte (nördliche) Harzer Vorland genießen kann, entschädigt für alles. Weiter geht’s auf den Platten und relativ schnell kann ich den „kleinen Brocken“ und den „eisernen Tisch“ hinter mir lassen. Auf jeden Fall kann ich von hier aus bereits das Brockenhaus, die Wetterstation und die restlichen Gipfelaufbauten deutlich erkennen.

Wanderung auf den Brocken: Blick auf den Brockengipfel

Der Höhepunkt auf den letzten Metern ist aber auf jeden Fall die Brockenbahn, die mich auch gebührend empfängt. Ihre Schienen kreuzen kurz vor dem Gipfel den Weg und egal ob beim An- oder Abstieg meist hat man Glück und erwischt die altehrwürdige Berühmtheit im Vorbeifahren. 

Wanderung auf den Brocken: Schienen der BrockenbahnWanderung auf den Brocken: Brockenbahn

Hiernach sind es auch nur noch wenige Meter bis zum Gipfel. Nach insgesamt 10,5 km und 850 Hm habe ich es geschafft und werde empfangen von ordentlichem Wind, der so typisch ist für den Brocken.  Auch wenn der Heinrich-Heine-Weg oben auf dem Brocken endet, gibt es auf jeden Fall noch ein paar Highlights auf dem Gipfel, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Dazu zählen der Brockenstein, das Heinrich-Heine-Denkmal und die Wetterstation. 

Wanderung auf den Brocken: Schild auf dem Brockengipfel

Und wem der Aufstieg noch nicht ausreichte, dem kann ich auf jeden Fall einen Gang durch den Brockengarten empfehlen. Dieser knapp 2 km km lange Rundweg um das Brockenplateau gibt bei klarer Sicht atemberaubende Blicke in alle Himmelsrichtungen preis.

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Der Weg zurück

Auch wenn die Brockenbahn an jeder Ecke lockt, wähle ich natürlich den Abstieg zu Fuß. Das Wetter ist auch einfach zu schön an diesem Tag. Bergab gibt es auch noch die Alternative über den Scharfenstein zurückzuwandern. Weil ich den Weg hinauf so genossen habe, wähle ich aber den gleichen Weg zurück und erreiche relativ schnell wieder das altbekannte schöne Ilsetal. Geschafft und glücklich nach über 20 km.

Wanderung auf den Brocken: Ilsefaelle

Die schönste Wanderung auf den Brocken: Und sonst so?

Wer Zeit, Gelegenheit und Muße hat dem empfehle ich ein Gipfel-Picknick. Das macht natürlich nur bei gutem Wetter Spaß, aber genau dann kann man sich perfekt zwischen oder auf den zahlreichen Steinen im Brockengarten entspannen. Ob Sonne oder Wolken, beachten sollte man aber auf jeden Fall, dass es auf dem Gipfel locker einige Grad kälter und deutlich zügiger ist als im Tal. Der gute Brocken hat eben eine sehr exponierte Lage und das merkt man auch. Wer nach den 22 Kilometern des Auf- und Abstiegs und 850 HM immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich einen Abstecher auf den Ilsestein. Und für all diejenigen, die wissen möchten, welche Wege sonst noch auf Norddeutschlands höchsten Berg führen, die schauen am besten hier. Ein paar hiervon sind schon selbst getestet – und für gut befunden!

  • Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll, nur für konditionell Geübte
  • Höhenmeter: 850 
  • Strecke: 22 km
  • Parken/Ausschilderung: Parkplatz „ Erlebniswald Ilsetal“

 

Mehr Harz-Atmosphäre kannst du übrigens hier schnuppern:

Die Teufelsmauer im Harz: Rund um Weddersleben

Die Teufelsmauer im Harz: Rund um Blankenburg

 

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Ausflugsziele fürs Wochenende“ von der lieben Katja vom WellSpaPortal. Dort findet ihr auch noch viele weitere Ideen und Inspirationen zu genialen Ausflugszielen fürs Wochenende. 

Wanderung auf den Brocken: Steinfiguren

 

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