Laufen auf der Seiser Alm:  Hier schlägt jedes Läuferherz höher

Als ausgewiesenes Wander-, Ski- und Familienurlaubsparadies ist die Seiser Alm ja vielen bekannt. Doch dass die Region auch als kleines Lauf- bzw. Running-Eldorado gilt, wissen vielleicht nur wenige. Grund genug, die Gegend auch für mich als Freizeitläufer und ausgewiesene Südttirol-Liebhaberin einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Denn egal, ob Laufanfänger oder Ambitionierter, das Laufen auf der Seiser Alm macht einfach nur Spaß und jedes noch so kleine Läuferherz findet hier genau das, was es höherschlagen lässt. Für mich war es in diesem Sommer ganz klar der Seiser Alm Halbmarathon.

Laufen auf der Seiser Alm Katharina beim Start Halbmarathon

Laufen auf der Seiser Alm: Höhentraining mit tollem Panorama und Klima

Auch wenn ich schon seit Jahrzehnten immer wieder gerne und meist sogar mehrmals im Jahr nach Südtirol fahre, stand das Laufen bis zum letzten Jahr noch nicht auf meinem Ferienprogramm. Denn schließlich habe ich meine Laufliebe auch erst recht spät entdeckt und so standen bis dato eben immer Skifahren oder Wandern auf dem Plan. Da daher haben mir die kenianischen Marathonläufer, die bereits seit über einem Jahrzehnt zur Saisonvorbereitung auf die Seiser Alm fahren natürlich einiges voraus. Und nein, dies ist kein direkter Vergleich und ich werde in diesem Leben sicherlich nicht mehr zu einem anerkannten Marathonläufer mutieren. Ich bin ja schon froh, wenn ich an guten Tagen einen Halben schaffe. Doch warum suchen sich die Profis ausgerechet die Seiser Alm aus?

Laufen auf der Seiser Alm: Aussicht auf Langkofel und Plattkofel

Dafür sprechen gleich mehrere Gründe. Auf Europas größter Hochalm bieten sich einfach zig Möglichkeiten, die notwendigen Trainingskilometer in der Höhe nicht nur einfach runter zu spulen, sondern eben auch richtig zu genießen. Die meisten Wege sind nicht asphaltiert und somit sehr angenehm zu laufen. Tolles Panorama und angenehmes Klima gleich inbegriffen. Und mit der Seilbahn ist man dann von Seis aus innerhalb von wenigen Minuten oben in der für das Höhentraining idealen Höhe von 1.800 – 2.300 m.

Laufen auf der Seiser Alm: Unendliche Möglichkeiten im Running Park Seiser Alm

Und was war die Konsequenz? Im Sommer 2010 wurde offiziell der Running Park Seiser Alm ins Leben gerufen. Und mit seinen inzwischen 180 Kilometer, 20 Trails und Höhenlagen von 1.000 bis 2.300 Metern Höhe zieht er auch immer mehr Freizeitläufer in seinen Bann. Die einzelnen Laufstrecken bieten für jeden Anspruch genau das jeweils richtige – vom absoluten Beginner bis zum Profi. 8 der insgesamt 20  Laufstrecken befinden sich direkt auf der Seiser Alm, die restlichen in den Taldörfern rund um Seiser Alm und Schlern. Als Laufbegeisterter muss man also gar nicht zwingend nach oben liften, sondern kann auch in Völs, Seis oder  Kastelruth eine entspannte Runde laufen.

Laufen auf der Seiser Alm: immer gut beschildert

Was den Running Park natürlich auch noch aus macht, ist die einheitliche Beschilderung. Das macht es für jedermann – egal ob Profi oder Beginner – ganz einfach, sich zurechtzufinden und genau die richtige Strecke zu finden. Hier geht’s zur genauen Streckenübersicht.

Laufen auf der Seiser Alm: Am schönsten find ich’s direkt unterm Schlern

Und wie ich es oben schon einmal erwähnt habe, gehöre ich lauftechnisch ja eher zu den Spätzündern. Habe mich früher als Jugendliche sogar richtig schwer damit getan, obwohl ich immer sehr sportlich war. Nun ja, Ausdauer war bis dato eben nicht so meins und so habe ich erst vor 1-2 Jahren so richtig mit dem Laufen begonnen. Da ich ja schon immer ein Kind der Berge gewesen bin, war ich nach meinen ersten Laufversuchen im letzten Jahr dann auch relativ schnell angefixt vom Laufen in den Bergen und in der Natur.

Laufen auf der Seiser Alm: Katharina laeuft im Wald

Ich finde es einfach so viel schöner im Wald, in den Bergen und abseits der ausgetretenen Pfade zu laufen als auf hartem und knochigem Asphalt. Diese Ruhe und Nähe zur Natur ist einfach unbezahlbar. So kam es dann natürlich auch, dass ich während meiner letzten Südtirolurlaube auch dort immer öfter die Laufschuhe geschnürt habe. Egal ob oben auf der Seiser Alm oder unten im Tal, beim Laufen dort fühle ich mich jedesmal so frei und den Bergen ganz nah.

Laufen auf der Seiser Alm: Katharina laeuft am Huber Weiher

Laufen auf der Seiser Alm: Huber Weiher

Ein paar der Strecken aus dem Running Park habe ich natürlich schon getestet, aber beileibe noch nicht alle. Meine Lieblingsstrecken sind aber die, die rund um den Völser Weiher führen. Hier gibt es sogar ausgewiesene Fitnessparcours für das alternative Training. Und das ganze direkt am Fuße des Schlern, den man so immer im Blick hat. Das perfekte Laufambiente, wie ich finde!

Laufen auf der Seiser Alm: Katharina am Huber Weiher

Laufen auf der Seiser Alm: Auch für das Drumherum wird gesorgt

Da wir Läufer uns im Urlaub ja auch außerhalb der Trails wohlfühlen wollen, wird auch bestens für alles andere gesorgt. Es gibt zig Hütten und Einkehrmöglichkeiten auf der Seiser Alm und im Tal. Auch wenn die typische Südtiroler Küche eher deftig ist, nach einer ausgedehnten Lauftour und draußen an der frischen Luft ist das meistens auch genau das richtige. Und damit nicht genug. Denn auch einige Hotels und Unterkünfte haben sich speziell der Zielgruppe angenommen und bieten maßgeschneiderte Angebote, wie z. B. Stretching, spezielle Menüvorschläge oder Wetter- und Toureninfos. Es besteht sogar die Möglichkeit einen Running-Guides zu buchen. Eine Liste der Häuser findet ihr hier

Laufen auf der Seiser Alm: Mein Halbmarathon-Erlebnis

Und dann gibt es ja auch noch den Seiser Alm Halbmarathon. Jedes Jahr lockt er am ersten Juli Wochenende nicht nur ambionierte Bergläufer aus Südtirol, sondern auch zunehmend Freizeitläufer an. So auch mich und schon in 2017 habe ich mit einer Teilnahme geliebäugelt. Da es terminlich im letzten Jahr leider nicht klappte, stand der Termin in 2018 umso fetter in meinem Kalender. Das Vorhaben stand also schon länger, doch durch den langen Winter habe ich in den letzten Monaten nicht wirklich viel trainiert. Schon gar nicht nach stricktem Trainingsplan, was noch nie so mein Ding war. Bis auf ein paar ausgedehntere Harzausflüge, habe ich auch nicht so viele Höhenmeter sammeln können. Als wir ein paar Tage vor dem Halbmarathon angereist sind, fühlte ich mich zwar fit, aber ob das ausreichen würde … Nun ja, ich war skeptisch. Schließlich gilt es insgesamt 600 Höhenmeter zu bezwingen und das auch noch überwiegend in der Sonne, wovor ich am meisten Respekt hatte.

Laufen auf der Seiser Alm: Startbereich Halbmarathon

Die Organisation und Stimmung im Vorfeld und beim Start waren perfekt – inklusive eines prall gefüllten Starterbeutels. Wie schön! Und auch die Sonne zeigte sich am Renntag von ihrer schönsten Seite und trieb mir zugegebenermaßen ein paar Sorgenfalten ins Gesicht. So sehr ich das schöne Wetter in Südtirol auch immer genieße, es war schließlich mein erster Lauf in diesem Jahr. Und dann auch gleich noch in 2.000 Metern Höhe.

Laufen auf der Seiser Alm: Glücklich und zufrieden im Ziel

Die relaxte Stimmung vor dem Lauf hat mich zum Glück beruhigt. Kurz vor dem Start habe ich sogar noch bekannte Gesichter aus dem hohen Norden getroffen. Als es dann endlich losgeht, fallen mir die ersten Kilometer sogar noch recht einfach. Auch wenn es bis Kilometer vier fast nur bergauf geht, genieße ich die phantastische Landschaft und die tolle Atmosphäre.

Laufen auf der Seiser Alm: Start Halbmarathon

Nach und nach macht mir aber doch die Höhe ein wenig zu schaffen. Irgendwann (es muss wohl so bei Kilometer 10 gewesen sein) beschließe ich, mir keinen Stress zu machen, sondern einfach nur zu genießen. Vermutlich sollte man diesen Lauf auch nicht schnell laufen, denke ich mir im Stillen – angesichts der traumhaften Ausblicke auf Schlern, Sellamassiv und Langkofel- und Plattkofel. Doch im letzten Drittel fällt es mir immer schwerer, da mir doch die Sonne sehr zu schaffen macht. Zum Glück muss ich mir um die Verpflegung auch keine Gedanken machen. Hier wird für alles gesorgt. Wie sollte es auch anders sein. Auch wenn ich langsam bin, egal … ich beschließe, mich nicht weiter darüber zu ärgern.

Irgendwann geht es dann auch für mich in Richtung Ziellinie und ich bin kaputt, dafür aber absolut happy. Die Zeiten sind mir egal, dafür gibt es eine wunderschöne Medaille. Und wie sollte es anders sein, auch die Zielverpflegung lässt keine Wünsche offen. Getränke, Essen und ein kleines Kuchenbuffet machen die Schmerzen wieder wett. Wenn es angesichts dieser tollen Strecke überhaupt Schmerzen gegeben haben sollte.

Mehr Südtirol-Atmosphäre könnt ihr übrigens hier schnuppern!

 

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Author: Katharina

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