Achtsam wandern: Wie wir beim Raufgehen besser runterkommen

Zugegeben das Thema Achtsamkeit ist in aller Munde. Und nicht wenige von uns versuchen sich dem Ganzen mit regelmäßigen Meditationen, Yoga oder speziellen Übungen zu nähern. Doch Achtsamkeit lässt sich nicht nur zu Hause und in den eigenen vier Wänden praktizieren, sondern auch draußen in Bewegung und in der Natur. Doch wie nutzen wir am besten unseren nächsten Wander- und Waldausflug, um all unsere Sinne und unsere Achtsamkeit zu schärfen?

Weiter Blick beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Achtsamkeit als Bewusstseinhaltung

Achtsamkeit ist eine Bewusstseinshaltung und kann uns zu mehr Gelassenheit, Entschleunigung und Stressreduzierung führen. Und auch wenn der Begriff heutzutage hier und da schon ein bisschen überstrapaziert daherkommen mag, brauchen wir eine achtsame Grundhaltung uns gegenüber mehr denn je. Die Fähigkeit sich selber aufmerksam und selbstfürsorgend zu betrachten erfordert aber auch Übung und Praxis. Und dabei kann der Schritt aus der hektischen Alltagswelt hinein in die stille Innenwelt nicht nur in unseren eigenen vier Wänden, sondern auch draußen und in Bewegung stattfinden. Dabei eignet sich eine per se eher sanfte Sportart wie das Wandern ganz besonders für unser regelmäßiges Achtsamkeitstraining. Wie leicht, einzigartig und lebensbejahend es sogar sein kann, diese beiden Dinge miteinander zu verbinden, habe ich selbst erst nach einer ganzen Weile Wandern erleben und erfahren dürfen. 

Innehalten beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Raus aus der Hektik, raus aus dem Hamsterrad

Wir alle tragen heutzutage unser ganz eigenes Stresspaket mit uns herum. Jeder für sich und egal, ob freiwillig oder unfreiwillig. Egal, ob bewusst oder unbewusst. Egal, ob körperlich oder geistig. Irgendwie kreist das allumwobene Schreckgespenst Stress immer um uns herum oder um unser unmittelbares Umfeld. Einmal kurz mit dem Finger schnipsen und den Stress einfach eliminieren? Das wäre schön und mehr als wünschenswert. Doch selbst am Abend oder nach Feierabend schaffen wir es häufig nicht mehr, so richtig abzuschalten und runterzukommen. Der Stress, die Unruhe und die Gehetztheit begleitet uns nonstop und macht nicht mal vor unserem Schlafzimmer halt.

Doch für unsere körperliche und geistige Gesundheit ist dieser non-stop Stressschleier, der Tag und Nacht über allem hängt und meist auch vor unserer Wochenendplanung keinen Halt macht, Gift und wir sollten dringend etwas dagegen tun. Dass Bewegung und Achtsamkeit schon lange als Stresskiller gelten, ist den meisten von uns dabei bewusst. Und gerade beim Wandern können wir beide Dinge ohne großen Aufwand und unmittelbar miteinander verbinden und dem alltäglichen Wahnsinn wunderbar entfliehen.

neue Perspektiven beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Der nächste Wald, See oder Berg liegt meist nicht allzu weit entfernt und wandern kann wirklich jeder und dass sogar ohne großen Aufwand. Es muss ja nicht gleich die Besteigung eines Dreitausenders sein. Allein der Szeneriewechsel in der Natur mit all ihren wunderbaren Facetten und heilsamen Kräften bewirkt häufig Wunder. Zumindest geht es mir immer so. Und dafür brauchen wir auch nicht auf den langersehnten Urlaub warten, der ja noch Wochen, wenn nicht gar Monate in der Zukunft liegt. Es reichen schon ein paar Stunden am Sonntagnachmittag aus und wir fühlen uns abends trotz der körperlichen Anstrengung sehr viel klarer, gelassener und entschleunigter. Vielleicht liegt es auch schlicht und ergreifend daran, dass wir unseren alltäglichen Ballast am Berg gelassen haben?

Die frische Luft tut gutes

Egal ob, Yoga-Retreat, Autogenes Training oder Entpannen bei einem guten Buch. Bei keiner dieser Gelegenheiten kann ich so gut entschleunigen, wie beim Wandern in der Natur. Und dafür ist neben der stressfreien Bewegung auch die gute und frische Luft verantwortlich. Auch wenn ich mich nicht immer im hochalpinen Gelände aufhalte, wo naturgemäß die Luft am reinsten ist, fühle ich mich nach einem Tag in den Bergen oder im Wald mit viel Bewegung immer noch am meisten entschleunigt. Vermutlich liegt das auch daran, dass unser Wunderwerk Körper unter Bewegung besonders viel Sauerstoff aufnehmen kann. Wir unterziehen uns somit einer regelrechten Frischekur für unsere Zellen und begegnen unserem Körper in diesem Augenblick also mit ganz viel Achtsamkeit.

hohe Berge und frische Luft beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Mit allen Sinnen in der Natur

Wie werde ich überhaupt achtsam und widerstandsfähiger? Wie kann ich zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit gelangen? Das sind sicherlich die zentralen Fragen, mit der sich die Achtsamkeitsforschung auseinandersetzt. Einer der wichtigsten Punkte hierbei ist ganz sicher, auszublenden was war und was sein wird. Im Hier und Jetzt zu sein und dadurch die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Es ist eine Sache, die eigenen Schritte, den eigenen Atem und den Boden unter sich, ganz bewusst auf sich wirken zu lassen. Die andere ist die, ganz in unsere Umgebung einzutauchen und sämtliche Geräusche, Gerüche und das Wetter auf sich wirken zu lassen. Erst dann saugen wir die Natur mit allen Sinnen förmlich in uns auf und richten unsere Aufmerksamkeit ganz automatisch in das Hier und Jetzt. Wir werden offener und klarer für unsere Umgebung und davon können wir auch im Alltag profitieren. Eine weitere, tolle Methode ist übrigens das Waldbaden.

Vom Außen zum Innen

Häufig passiert es von ganz alleine. Sobald wir wandern ordnen sich die eigenen Gedanken. Das passiert natürlich am einfachsten, sobald wir alleine loswandern. Auch ich tue es sehr gerne und von Zeit zu Zeit gehört es für mich einfach dazu. Natürlich ist auch ein gemeinsames Wandererlebnis toll und wir zehren lange von den Erlebnissen. Doch das Alleine-Wandern ist sicherlich eine ebenso intensive Form und einen tollen Artikel zum Thema findet ihr übrigens hier

Der Weg ist das Ziel beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Wir sind ganz auf uns alleine gestellt, müssen auf niemanden Rücksicht nehmen und können unser eigenes Tempo und Rhythmus bestimmen. Mir geht es am Anfang meistens so, dass mir noch unzählige Gedanken durch den Kopf schwirren. Wenn ich mich dann allerdings auf meine Umgebung und die Stille einlasse, komme ich von ganz alleine runter. Fast automatisch lande ich im Hier und Jetzt. 

Wandern als meditative Form

Mit jedem Schritt mehr kann ich auch mehr und mehr eintreten in meine Umgebung, in die Welt der Natur um mich herum und in deren Geräuschkulisse. Wie von selbst ordnen sich dann meine Gedanken. Aus hektischen Alltagsfetzen in meinem Gehirn werden ganz langsam und sicher strukturierte und konstruktive Gedankengänge. Diese münden nicht selten in tollen, neuen Ideen für Projekte oder Dingen, die mir am Herzen liegen. Dort, wo mir im Alltag häufig der entscheidende Geistesblitz oder die nötige kreative Leichtigkeit fehlt, tritt draußen in der Natur genau das ein. Und noch viel häufiger tritt in letzter Zeit etwas noch viel Bedeutenderes ein. Ich denke an gar nichts und genieße einfach nur die Stille.

Bergpanorama beim Wandern in Achtsamkeit - The Balanced Path

Auch zu zweit oder sogar in der Gruppe kann das wunderbar funktionieren. Wenn wir die Kunst und Technik des achtsamen Wanderns gegenseitig beachten, können wir gemeinsam reflektieren. Am Ende profitieren wir sogar von unseren gegenseitigen Erfahrungen. Ich wünsche euch viel Freude dabei!

 

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Author: Katharina

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