Wanderung durch die Langkofelscharte

Es gibt sicherlich noch viele Wanderungen und Touren, die mich begeistern oder die auf meiner Bucketlist ganz weit oben stehen. Ganz viele davon in Südtirol und in den Dolomiten, meinen absoluten Lieblingsbergen. Eine Tour, die mich im letzten Herbst allerdings sehr nachhaltig beeindruckt hat, war die Wanderung durch die Langkofelscharte

Wanderung durch die Langkofelscharte: Start am Sellajoch

Meine Tour startet am Sella Joch (2.218 m), welches für sich gesehen schon sehr imposant ist. Sie kann sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn gegangen werden. Die Länge von ca. 13 km und die zurückzulegenden Höhenmeter (auf- und abwärts jeweils ca. 800m) sind für beide Varianten gleich. Beide Male wird das überwältigende und beeindruckende Langkofelmassiv umrundet und durch die Scharte gequert. Wählt man die Variante im Uhrzeigersinn besteht  für unerfahrene oder konditionell weniger geübte Wanderer im Sommer auch die Möglichkeit, den Aufstieg nicht zu Fuß sondern mit der Standseilbahn zu absolvieren. So kann auf den schweißtreibenden Aufstieg in die Scharte verzichtet werden. Die Seilbahn startet ebenfalls am Sellajoch und fährt bis in den Oktober. Ich würde euch aber auf jeden Fall empfehlen, euch vorher nach den genauen Fahrzeiten zu erkundigen. Ohne Benutzung der Gondeln – wie ich es gemacht habe – ist die Tour für Geübte gut in 4-5 Stunden machbar. Auch wenn im oberen Bereich der Scharte einiges an Trittsicherheit gefordert ist, ist die Wanderung alles in allem nicht zu anspruchsvoll.

Wanderung durch die Langkofelscharte: wunderschöne Bergwiesen und lebensfeindliche Geröllwüsten

Das Schönste an dieser Tour ist sicherlich, dass die Strecke zu einer der abwechslungsreichsten Wanderungen in Südtirol gehört und somit gleich mehrere Highlights aufweist. Neben lebensfeindlichen Geröllwüsten, gibt es wunderschöne Bergwiesen und grandiose Ausblicke auf die Sellagruppe und die Seiser Alm zu bestaunen. Da ich bei meiner letzten Wanderung im vergangenen Oktober die Route entgegen dem Uhrzeigersinn gewählt habe, führt mich die erste Passage auf dem Weg 526 durch die malerisch am Fuße der Langkofelmassivs gelegene sogenannte Steinerne Stadt. Bis zur Comici Hütte auf 2.154 m schlängelt sich der Weg auf diese Weise angenehm mit nur mäßigen Aufs und Abs durch Stein- und Waldabschnitte.

Wanderung durch die Langkofelscharte: Highlight Langkofelhütte

Angekommen an der Comici Hütte geht es direkt weiter an der Ostwand des Massivs. Immer weiter auf dem Weg Nr. 526, der mich direkt am Fuße des Langkofels entlangführt. Denn dieser ist sehr viel beeindruckend als der Weg weiter unterhalb. Aufgrund der Hanglage stoße ich hier und da sogar auf das ein oder andere Altschneefeld. Kurze Zeit später erreiche ich die sogenannten Confinböden, von denen aus sich ein grandioser Blick über die Wälder und Wiesen der Seiser Alm bis hin zum Schlern eröffnet. Von hier aus geht es für mich weiter in Richtung Langkofelhütte (2.253 m). Das nächste großartige Highlight dieser Wanderung, auf das ich mich schon sehr freue. 

Wanderung durch die Langkofelscharte: Blick auf die Langkofelhütte

Wanderung durch die Langkofelscharte: Steiniger Aufstieg in die Langkofelscharte

Eingekesselt zwischen Lang- und Plattkofel, ist die Langkofelhütte in jedem Fall einen Zwischenstopp wert und stellt ein tolles Fotomotiv dar. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg weiter auf dem Weg 526 , der mich allerdings mit fantastischen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt mehr als entschädigt, erreiche ich die Hütte nach einer weiteren Dreiviertel Stunde endlich. Obwohl die Hütte zu dieser Jahreszeit schon geschlossen ist (Mitte Oktober), treffe ich hier viele Wanderer und auch Kletterer. Das Wetter ist auch einfach zu perfekt an diesem schönen Herbsttag und die Schutzhütte idealer Ausgangspunkt für Klettertouren. Z. B. bietet sich die Möglichkeit, von hier aus in den sehr beliebten Klettersteig auf den Plattkofel zu starten. Nach einem ausgiebigen Stopp an der Hütte wartet für mich aber ab jetzt das i-Tüpfelchen der Tour: der Aufstieg in die Langkofelscharte. Ich freue mich!

Zunächst laufe ich auf dem Weg 525 durch nur leicht ansteigende Geröllfelder bergauf. Nach der Hälfte der Strecke wird das Gelände aber deutlich steiler und unwegsamer. Anhand der Wegmarkierung kann ich mich aber immer bestens orientieren.

Wanderung durch die Langkofelscharte: Majestätische Felsformationen im Langkofelkar

Die Felsen und Schneefelder, auf die ich im oberen Drittel vermehrt treffe, verlangen mir dann auch einiges an Trittfestigkeit ab. Wirklich gefährlich wird es aber nie. Vor allem im oberen Teil der Scharte werde ich dann aber belohnt mit grandiosen Ausblicken auf das Langkofelkar; alleine dafür ist der Aufstieg absolut lohnenswert. Links und rechts erheben sich majestätisch die Felsformationen und ich fühle mich einfach nur glücklich und endorphingeladen. Und auch wenn im oberen Teil der Strecke die Schneefelder und Felsblöcke zunehmen, der Weg unwirtlicher wird und immer mehr Aufmerksamkeit abverlangen, habe ich jeden einzelnen Schritt genossen.

Wanderung durch die Langkofelscharte: Katharina in der Langkofelscharte

Oben in der Scharte angekommen treffe ich auf die nächste Hütte (Toni Demetz 2.685m). Auch sie ist zu dieser Zeit bereits geschlossen. Von nun an geht es bergab durch die Scharte wieder zu meinem Ausgangspunkt am Sellajoch. Und da ich einen besonders sonnigen Tag erwischt haben, kann ich den Abstieg in schönstem Sonnenschein und mit tollem Panorama auf das Sellamassiv genießen. Was für ein toller Tag!

  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
  • Kategorie: hochalpines Bergwanderin, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
  • Höhenmeter: ca. 900m (auf- und abwärts), bei Benutzung der Gondel könnt ihr ca. 700 HM Aufstieg sparen
  • Strecke: ca. 8 km ab Sellajoch (Weg Nr. 526, 525) 
  • Parken/Ausschilderung: sehr gut am Sellajoch

Mehr Südtirol-Atmosphäre kannst du übrigens hier schnuppern!

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Author: Katharina

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